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Kulturanleitung Ginkgo Bonsai

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Ginko Bonsai im Winter

Ginkgo biloba Bonsai
Die nachfolgenden allgemeinen Pflegehinweise dienen lediglich zur Einführung.
Wir empfehlen ergänzend zu den aufgeführten Tips die begleitende Beschaffung von Fachliteratur; dauerhaft schriftlich niedergelegte Erfahrungen können immer wieder helfen, mit den eigenen Bäumen umzugehen. Zudem enthält nahezu jedes Buch wertvolle gestalterische Anregungen.
Die aufgeführten Hinweise enthalten keinen Anspruch auf Vollständigkeit und müssen gegebenenfalls auf die klimatischen Bedingungen Ihres Wohnortes angepaßt werden.
Bonsai - was ist das überhaupt...?
Das Wort Bonsai leitet sich von zwei Begriffen ab: Bon (Baum) und Sai (Schale), also kurz gesagt: Baum in der Schale.
Seit Jahrhunderten beschäftigten sich zunächst Asiaten mit dieser Kunst des Züchtens von kleinen Bäumen in Töpfen.
“Klein” ist dabei relativ: die Größen reichen von etwa 10 cm bis 100 cm. Größere Bäume (Gartenbonsais) sind bei der Gestaltung von japanischen Gärten sehr beliebt.

 

1970 schwappte die Bonsai-Welle auch auf Europa über; zunächst beschäftigten sich nur wenige Gärtnereien mit der Aufzucht von Bonsais, in den 80ern wurden es immer mehr.
Vorbilder für kleine Bäume gibt es in der Natur zuhauf: große, alte Bäume, an die ein Gestalter mit seinen Bäumen heranreichen sollte. Aber: es besteht auch Bedarf nach ungewöhnlichen Bonsai-Formen, die eine Kunst für sich darstellen.
Die nachfolgenden Pflegehinweise sollen Ihnen einen kleinen Einblick geben in die vielfältigen Möglichkeiten der Bonsaigestaltung und der Pflege.

Standort (Outdoor) >hier: Ginkgo biloba:
Outdoors verbringen das ganze Jahr über in der freien Natur - für einen Schutz im Winter sollte evtl. gesorgt werden (siehe unten).
Ginkgo - Outdoors lieben einen sonnig/halbschattigen Standort.
Für den Standort im Winter gilt die Faustregel: im Freiland überwintern, vor allzu starkem Frost schützten. Eventuell ist eine Unterbringung in einem kühlen, frostfreien Raum erforderlich, der immer wieder gelüftet werden sollte.

Giessen:
Ein immer wieder beliebtes Thema ist das der Bewässerung; auch hier spielt der Stadort einer Pflanze eine wichtige Rolle.
Zwei simple Faustregeln:
- je wärmer der Standort, desto öfter (wenig Wasser) giessen
- je sonniger, desto mehr Wasser (im Sommer mehr, im Winter fast gar nicht gießen).
Hört sich simpel an, ist es auch - aber an der mangelnden Berücksichtigung dieser Regeln scheitern viele Bonsai-(Neu-) Besitzer.
Ständige Nässe verträgt praktisch kein Ginkgo Bonsai.
Sie sollten darauf achten, daß Ihre Bäumchen regelmäßig feucht gehalten werden, zwischedurch aber auch mal kurzzeitig trocken stehen können.
Und noch ein einfacher Hinweis: je größer der Topf, desto seltener muß gegossen werden.

Düngen:
Die richtige Düngung ist sehr wichtig - und sie wird oft vergessen. Wer kennt es nicht von normalen Zimmerpflanzen - oft vergessen zu gießen, noch nie gedüngt - Exitus. Noch schlimmer ergeht es den meisten Pflanzen, die in Büroräumen vor sich hinkümmern...
Aus eigenen Erfahrungen raten wir dazu, Outdoors mit organischem Festdünger (z.B. Biogold) zu düngen. Frisch umgetopfte und geschwächte Pflanzen erholen sich sehr gut mit Rainbow Flüssigdünger. Bei einem hohen Humusanteil der Erde kann auch mit Flüssigdünger gedüngt werden. Die Düngung sollte regelmäßig in der Wachstumsphase (März-Oktober erfolgen).
Wichtig: Düngen sie bitte niemals auf trockene Erde - dies führt zu Wurzelbrand und schädigt die Pflanzen dauerhaft.

Schneiden:
Ein heikles Thema: der richtige Schnitt. Viele Bonsai-Besitzer verzweifeln regelrecht an dieser Arbeit...
Erste Regel: Lieber zuwenig kürzen als zuviel. Sind Sie mit der Form Ihres Baumes, dessen Astaufbau und der Verzweigung zufrieden, so halten Sie ihn bloß in Form, d.h. rundum alles überstehende kürzen. Bonsais in der Besenform eignen sich besonders gut für Anfänger - selbst der Laie erkennt auf den ersten Blick, was entfernt werden kann. Geübtere Bonsaianer halten sich an Regel Nummer zwei: eine bessere Verzweigung aufzubauen. Hierzu werden während der Wachstumsphase die neuen Triebe immer wieder auf 1 bis 3 Blattpaare eingekürzt.
Das Dickenwachstum der Äste kann durch Regel Nummer drei gesteuert werden: ist ein dickerer Ast erwünscht, so werden die Triebe nicht gekürzt, sondern dürfen wild wachsen. Je mehr Triebe und Blätter am Ast hängen, desto dicker wird er. Simpel und effektiv! Sie brauchen einen Baum, der durch diese Maßnahme ruppig aussehen mag, ja nicht ständig anzuschauen; so kommen Sie nicht in die Versuchung, die Triebe doch noch einkürzen zu wollen.
Blattschnitt - auch ein beliebtes Thema. Hat jeder mal gehört, weiß aber nicht so recht, wie´s gehen soll... wozu dient er also? Im Mai oder Juni wird bei manchen großlaubigen Bonsais (Outdoors) ein Teil des Laubes oder gar alle Blätter entfernt, um einen zweiten Austrieb zu erreichen. Grundvoraussetzung hierbei: Ihr Bäumchen ist nicht bereits durch Schädlingsbefall oder anderweitig geschwächt. Der Baum erlebt als Folge eines Blattschnitts in den folgenden Wochen einen erneuten Austrieb - diesmal mit kleinerem Laub. Rechtzeitig vor Ende der Wachstumsphase (spätestens Anfang September) sollten Sie sämtliche Schnittarbeiten einstellen, sonst treibt Ihr Bäumchen immer weiter aus und wird durch die ersten Nachtfröste geschädigt.

Umtopfen:
Alle Jahre wieder...Das Umtopfen gehört zu den regelmäßigen Pflichtübungen eines Bonsai-Freaks:
Jüngere Pflanzen (wuchsfreudig nicht nur im oberen Bereich!) werden öfter umgetopft als ältere, auch in Abhängigkeit des Erdsubstrats. Im Frühjahr (März / April) werden die meisten Bonsai umgetopft , jüngere etwa alle 2 Jahre, ältere etwa alle 4 - 6 Jahre. Ob Sie in einen größeren Topf umpflanzen oder mit Wurzelschnitt in den vorherigen - das hängt davon ab, was Sie erreichen möchten. Soll der Stamm an Dicke zulegen und der Baum größer werden, so kann eine größere Schale gewählt werden; ein Wurzelschnitt ist dann nicht zwingend erforderlich. Möchten Sie ihn in Form und Größe etwa halten, so nehmen Sie eine gleich große Schale (evtl. sogar die alte).

Wurzelschnitt:
Ein Wurzelschnitt sollte immer mit einem Schnitt der Krone einhergehen - Faustregel: was unten gekürzt wird, muß auch oben gekürzt werden. Maximal bis zu einem Drittel des Wurzelballens kann entfernt werden. Die richtige Erde ist ein Thema für sich; es herrschen hierüber unterschiedliche Meinungen. Unsere Empfehlung: je jünger die Pflanze, desto humusreicher die Erde, je älter, desto mehr festere (lehmige) Bestandteile. Indoors sollten meist (unabhängig vom Alter) in humusreichem Substrat stehen. Bei Outdoors ist auf die Bedürfnisse der Pflanzen mehr zu achten: Wacholder und Birken mögen es mehr sandig, Kiefern eher lehmig, Rhododendren und Azaleen kommen bei uns mit Kanuma-Erde (spezielle Erde für Rhododendren und Azaleen) am besten zurecht. Überwiegend verwenden wir Akadama-Erde, wenn wir in den Genuß der Umtopf-Zeit geraten. Eine entsprechende Düngung ist dann unerläßlich, weil es sich um ein Lehmsubstrat mit entsprechend wenigen Nährstoffen handelt.

Achten Sie bitte darauf, daß frisch umgetopfte Pflanzen geschützt werden müssen vor den letzten Nachtfrösten des Frühjahrs!
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