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Kulturtipps für die Paulownie
Blauglockenbaum (bot. Paulownia tomentosa)
Der Blauglockenbaum gehört zweifellos zu den eindrucksvollsten Bäumen, die man in Deutschland kultivieren kann. Die Herkunft dieses seltenen Laubbaums ist Japan. Der bekannte Würzburger Forscher und Pflanzenjäger Philipp Franz von Siebold (1796-1866) bringt die Pflanze im Jahr 1830 von seiner Asienreise mit nach Europa. Siebold der vom bayerischen König Max I. Joseph die Erlaubnis erhält im Dienste der holländischen Marine zu reisen, widmet diese fernöstliche Pflanze seiner niederländischen Dienstherrin Königin Anna Paulowna (1795-1865).
Königin Anna war eine Schwester von der in Weimar lebenden Maria Paulownia, Frau des Weimarer Erbprinzen Carl - Friederich.
Maria Paulownia war bekanntermaßen eine große Naturliebhaberin. Auch Sie kann sich der bezaubernden Schönheit der Pflanze nicht entziehen.
Unter dem Synonym Kaiserbaum oder kaiserliche Paulownie ziert der Baum mit seinen blau-violetten Blüten heute den „Russischen Garten“ in Weimar-Belvedere.
Für die Anpflanzung des Blauglockenbaums empfiehlt sich ein windgeschützter Standort in Einzelstellung und sonniger Lage. Auf einen humusreichen, leicht feuchten und durchlässigen Boden ist zu achten. Der Baum ist sehr schnell wachsend und erreicht eine maximale Höhe von 15m mit dicken Ästen und einer breiten Krone. Die Paulownie ist sehr schnittgeeignet. Ungeschnittene Exemplare blühen reichlich, während geschnittene Pflanzen riesige herzförmige Blätter mit einem Durchmesser von 30-50cm bilden. Die glockenförmigen 5-6cm langen Blüten erscheinen von April bis Mai vor dem Blattaustrieb. Im Herbst hängen an den Trieben dekorative kapselige Fruchtstände. Der Baum ist in der Jugend frostempfindlich und benötigt einen Winterschutz, den man durch Einbinden mit Stroh oder Frostschutzmatten erreichen kann. Nach dem Rückschnitt der erfrorenen Triebe, erfolgt im Frühjahr ein kräftiger Neuaustrieb.
Geschichte der Paulownie
Maria Paulowna (1786-1859)
Großfürstin Maria Paulowna wird am 16. Februar 1786 als fünftes Kind aus der Ehe mit dem russischen Zaren Paul I. und der Großfürstin Maria Fjodorowna in St. Petersburg geboren. Sie heiratet am 3. August 1804 den Erbherzog Carl Friedrich, der von 1828 bis 1853 die Geschicke des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach lenkt. An seiner Seite beeinflusst sie sehr wesentlich das geistige und kulturelle Leben in ihrer Residenzstadt Weimar. Das musikalische, künstlerische und literarische Schaffen liegt ihr sehr am Herzen. Durch ihr Mäzenatentum und ihr großes soziales Engagement erwirbt sie sich ein hohes Ansehen in ihrer Thüringer Wahlheimat.
Am 13. November 1828 wird unter Ihrer Schirmherrschaft der „Verein für Blumistik und Gartenanlagen“ gegründet, dessen erstes Ehrenmitglied Johann Wolfgang von Goethe wird. Zu einem seiner Vereinsziele gehörte die kontinuierliche Ausrichtung von Blumenausstellungen. Das Statut des Vereins besagte in den §§1 und 2: „Die Mitglieder des Vereins für Blumistik und Gartenanlagen widmen ihre Aufmerksamkeit und practische Geschicklichkeit hauptsächlich der Erziehung der Blumenpflanzen, um durch ihre persönliche Thätigkeit die Blumisterei zu vervollkommenen und solche auf einen immer höheren Grad der Cultur zu bringen“. Die Blumisten wollten die Blumenlehre zu einer Wissenschaft erheben und damit der Ästhetik der Blume eine sichere Grundlage setzen.
So leidenschaftlich Ihr Engagement in Weimar war, so ungebrochen blieb ihre Sehnsucht nach Pawlowsk, nach ihrer Mutter und ihren Geschwistern in ihrer russischen Heimat. Vielleicht aus diesem Grunde entwickelt Erbherzog Carl Friedrich im Jahre 1811 in Weimar-Belvedere einen Garten der demjenigen im Zarenpalais in Pawlowsk, wo seine Gattin ihre Kindheits- und Jugendjahre verbrachte, zum Verwechseln ähnlich sieht. Über den „Russischen Garten“, in dem auch Blauglockenbäume stehen, schreibt sie 1820 in einem Brief an Ihre Mutter: „Ich werde mich hier bevorzugt im kleinen Garten aufhalten, der als Imitation von dem im Pawlowsk arrangiert ist, an manchen Orten wird die Illusion vollkommen sein“.Sechs Jahre nach dem Tod Carl Friedrichs stirbt Maria Pawlowna, Kaiserliche Hoheit, Großfürstin von Rußland und Großherzogin in Sachsen-Weimar-Eisenach am 23. Juni 1859 im Schloß Belevedere bei Weimar.
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